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Was dich erwartet: Der vorletzte Teil unserer ReiseđŸ˜«. Die deutschen Bonzentouristen ziehen in ein Barbie-Haus ein – von außen glitzerts, aber von innen?! đŸ€” Tausende Menschen inklusive uns stehen mitten in Chiang Mai auf einmal still, was soll das? Außerdem erleben wir das Dschungelbuch live und in Farbe – und landen außerdem fast im Knast! đŸ˜± Wurde auch mal Zeit, das wir was Unangenehmes erleben…

Das Hotel Àhnelt einem Barbie-Haus

Nach einem nicht völlig akzeptablen Flug aus Krabi landen wir abends gegen halb 9 in Chiang Mai. Den Transport zum Hotel hatten wir im Vorfeld nicht organisiert, da uns ĂŒber das Portal gettransfer die gĂŒnstigste Variante immer noch 700 Baht (ca. 20€) kosten sollte. FĂŒr ein Hotel, das 6km entfernt ist, wohlgemerkt. Das muss vor Ort gĂŒnstiger gehen.

Geht es auch. Sehr sogar. Wir nehmen ein stinknormales Airport-Taxi und zahlen pauschal 150 Baht (ca. 4€). Und dann fĂŒhle ich mich zum ersten (und einzigen) Mal als blöder Bonzentourist in einem armen Land:

Der Taxifahrer ist wirklich kurz angebunden, möchte schnell bezahlt werden – und ich habe leider nur 1000er-Scheine đŸ€ŠđŸ»â€â™‚ïžđŸ‘ƒđŸ» „Der blöde Deutsche, der das Taxi nicht passend zahlen kann…“, höre ich den junegn Mann denken. Oh man.

Letztendlich legt das Hotel aus und schreibts auf unsere Zimmerrechnung…

Durchgangshotel mit mehr Schein als Sein – wie ein Barbiehaus

Unser Hotel wirkt Ă€ußerlich sehr ordentlich. Auf den ersten Blick ist die Familiensuite recht groß, 2 SchlafrĂ€ume und 1 offener Wohnraum inkl. KĂŒchenzeile, kleiner Couch, Esstisch und Balkon im 6. Stock. Es gibt zudem eine Waschmaschine, die auch lĂ€uft – das ist wirklich sehr cool! Den Außenpool nutzen wir auch, der ist klasse. Wir schauen dann aber genauer hin:

  • Der Herd ist nicht benutzbar. Das ist sehr Ă€rgerlich, denn darauf hatten wir beim Buchen geachtet
  • Geschirr gibt es nur fĂŒr 2 Personen, dabei haben wir 3 angemeldet (Kinder ĂŒbrigens erneut erfolgreich außen vor gelassen).
  • Die Sicherung fliegt mehrfach beim Einschalten des Wasserkochers raus.
  • Das Badezimmer schimmelt an mehreren Stellen.
  • Und der Hammer: Wir holen uns blaue Flecken beim Testen der Bettmatratzen! Es sind (ungelogen!) tatsĂ€chlich Holzbretter in die Matratzen eingebaut. Ich verstehe nicht, wie eine solche Idee entsteht – vielleicht KostengrĂŒnde. Aber wir sind ja „hart“ im Nehmen 😂
  • Die Thais an der Rezeption sprechen wirklich sehr wenig englisch. Bei einer Provinzunterkunft in Ao Nang verstehe ich das eher, bei einem Hotel in unmittelbarer AirportnĂ€he nicht.

Der ganze Apparat scheint zudem ein Durchgangshotel fĂŒr chinesische Ausflugstouristen zu sein. Hier fahren wirklich zu jeder (!) Tages- und Nachtzeit Reisebusse vor, um zu 100% chinesische MitbĂŒrger*innen zu bringen oder zu holen. Kein Witz. Ich habe wirklich nicht einen nicht-Chinesen dort einsteigen sehen. Auf diese Zielgruppe scheint auch das FrĂŒhstĂŒck abgestimmt zu sein: viel Reis, Nudeln, Suppe, Sojamilch. Ich halte mich eher an Toast, Bacon und Spiegelei. Feinschmecker halt 😜

Pool-Akrobatik
300 Baht fĂŒr ein dreckiges Handtuch?! WTF?!đŸ˜€

Beim Check-Out gibts ein paar Verwirrungen. Die Rechnung soll laut booking vor Ort gezahlt werden. Laut Hotel ist sie ĂŒber die App gezahlt worden. Spannend. Zudem ist der Preis in der App seit fixierter Buchung um insgesamt etwa 4-5€ teurer geworden. Das sind keine Unsummen, aber das Prinzip ist schon seltsam. HĂ€tten das dann ebenso gut 40-50€ sein können? Ich merke mir: ZurĂŒck in Deutschland werde ich nochmal genau alle Zahlungen nachverfolgen!

Und dann wirds ein bisserl kurios: Live und in Farbe funkt der Kollege an der Rezeption die Reinigungsdame im Zimmer an und stellt einen (von ursprĂŒnglich 2) fehlenden Teelöffel fest (upps, kann passieren, wir finden ihn sofort in einer Tasche des Buggys) und ein kaputtes Glas wird fĂŒr 50 Baht (ca. 1,50€) verrechnet (kann auch passieren), alles ok. Aber als sie dann ein schmutziges Handtuch hervorholen und uns 300 Baht (8-9€) in Rechnung stellen wollen, ist es genug. Wir rebellieren erfolgreich. Manchmal muss man unangenehm sein, wenn es drauf ankommt 😉

Chiang Mai – „Hauptstadt des Nordens“

Die Stadt soll um die 130.000 Einwohner haben. So groß wie das schöne Göttingen etwa. Wirken tut das komplett anders: Großstadtflair mit viel Verkehr, oftmals dicht gedrĂ€ngt und hier und da sehr wuselig. Liegt wahrscheinlich auch an den wirklich vielen Touris und „digitalen Nomaden“, die dafĂŒr bekannt sind, von hier aus zu arbeiten.

Wir experimentieren weiter und fahren diesmal mit Grab (asiatisches Pendant zu Uber) in die City: Zum Buak Hard Public Park zahlen wir knapp 100 Baht. Da kommt halt ein Fahrer mit seinem Privatwagen und sammelt dich auf. LĂ€uft alles ĂŒber die App. Super cool. Ein Mal stornieren wir die Grab-Bestellung, weil die Wartezeit ĂŒber 20min betragen HĂ€tte. Sonst aber top.

Der Park ist ĂŒbrigens top! Super schön bewachsene und gepflegte Anlage mit Kinderspielplatz und toller friedlicher AtmosphĂ€re! Abends erwacht er dann sogar zum Fitness-Spot đŸƒâ€â™‚ïžđŸ‘Żâ€â™€ïž fĂŒr Einwohner und Touris!

đŸ€©
Fitness kommt nicht zu kurz
…merkt man, dass ich diesen Park mochte? 😁
Walking-Street

Chiang Mai ist bekannt fĂŒr seine Weekend-Walking-Streets: Ein riesiger Markt Smstag- und Sonntagabend. Öffentliche Straßen werden fĂŒr zig StĂ€nde und jede Menge Fußvolk gesperrt

Fast schon verstörend sind die vielen Straßenmusiker*innen, die alle 100m in der Mitte der Wege sitzen. ALLE sind blind und z.T. im Gesicht arg gezeichnet. Es handelt sich hier wohl um Banden, die Kinder etc. extra blind machen, um sie dorthin zu setzen. Man soll sie nicht unterstĂŒtzen, machen wir auch nicht.

Um Punkt 18h steht die ĂŒberfĂŒllte Walking Street dann plötzlich still fĂŒr ca. 1min. Angeleitet von Lautprecherdurchsagen wird andĂ€chtig gesungen. NatĂŒrlich haben wir zunĂ€chst keinen Plan, was hier passiert 😂, es handelt sich wohl aber um die Nationalhymne. Die spielen sie neben 18h auch um 8h morgens – das haben wir nie mitbekommen😮

Die Walking-Street beginnt/endet hauptsĂ€chlich am Tha Pae Gate, einem Teil der alten Stadtmauer. Als beliebter Knotenpunkt fĂŒr Mini-Vans und Taxis ist hier die Hölle los. Das eine Hotel-Shuttle zu suchen, das dich abholt, ist kein Geschenk (I know what I’m talking about đŸ€š).

Tha Pae Gate Chiang Mai
Mae Sa Wasserfall

Mit einem Mietwagen fahren wir zu dem außerhalb gelegenen Mae Sa Wasserfall. Der erstreckt sich auf 10 (!) verschiedene Ebenen, die wir auf einem Pfad „erklimmen“. Das geht voll klar, weil es hier viel weniger drĂŒckend ist als in Krabi, Khao Lak, Naiyang oder Kamala. Zudem können wir hier und da auch mal ins Wasser springen, was Eni auch toll findet (was eine WasserratteđŸ€©. Dieser Ausflug lohnt sich tatsĂ€chlich ob der tropischen Panoramalanschaft. Hier gibts dafĂŒr auch 1-2 MĂŒcken, wie sonst eigentlich gar keine in Chiang Mai.

Ausflug zum Wasserfall mit Cousine Kira

Zu Besuch bei Colonel Hathi

Wirklich episch ist unser Ausflug zum Elephant Home. Wir entscheiden uns bei einer Vielzahl von Angeboten fĂŒr dieses. Kein Reiten, gute Behandlung der Tiere, familiĂ€rer Betrieb, bester Preis. Knapp 60€ (2200 Baht) fĂŒr Erwachsene und 30€ (1100 Baht) fĂŒr Eni ist sogar das gĂŒnstigste, das wir finden.

Elefanten sind riesig. Nein, ich meine RIESIG. Vor einem zu stehen ist so anders, als ihn im Fernsehen zu sehen… Es ist schon sehr beeindruckend. Die Tiere werden hier angeblich gut behandelt. Jedes hat eine Bezugsperson, mit der zusammen es quasi aufwĂ€chst bzw. den Alltag verbringt. FĂŒttern, streicheln, baden. Aufpassen, dass einem keiner auf die FĂŒĂŸe tritt.

Links: Babyelefant, 2 Jahre. Rechts: Eni, 4 Jahre. Gewichtsunterschied: ca. 1 Tonne

Ganz wird man GefĂŒhl der Dressur nicht los. Solch große Tiere mit einer entprechend körperlichen StĂ€rke, angebunden an einem dĂŒnnen Seil. Sich ihrer eigentlichen Macht nicht bewusst. Ich muss eindringlich an Jorge Bucay und die Geschichte vom angebundenen Elefanten denken. Und dann daran, wie oft wir uns als Mensch so oft selbst begrenzen. Das gleiche Prinzip. Sind wir nicht alle irgendwie dressiert? Wahnsinn.

…wie es wohl im Thailand-Knast so ist?

Die Leihe des Mietwagens verlĂ€uft diesmal nicht ganz so glatt. Genau genommen fahren Kim und ich mit dem ersten Auto genau 50 Meter. Dann knallts. Von links rauscht ein Taxi aus einer vermeintlichen ParklĂŒcke (die eine Durchfahrt war) vorne links in den Radkasten (nur Sachschaden). Es wĂ€re genug Platz fĂŒr den Fahrer zum Ausweichen gewesen. Genug Zeit zum Bremsen. Und wir fuhren gerade um die Kurve, ca. 5km/h. Hat der gepennt? Wahrscheinlich… Egal, passiert ist passiert.

…upps

Dann spielt sich etwas ab, das als „abgekartetes Spiel“ bezeichnet werden könnte. Viele Fotos. Mitarbeiter von Vermieter eilt heran. Es wird viel telefoniert. Wagen werden auseinander geparkt, weil mitten im Weg. Noch mehr Telefonieren. Warten. Lange warten. …und alles geschieht ohne uns!

Englisch? Fehlanzeige.

Wir fragen laufend nach, bei allen Beteiligten. Was passiert hier? Wer ist Schuld? „Der Taxifahrer war sauschnell unterwegs“ – interessiert keinen. Keiner spricht hier annĂ€hernd Englisch. Taxifahrer, Autovermieter, die eingetroffenen Versicherungsmenschen – stehen zusammen und scheinen alles „zu klĂ€ren“. Man sagt uns, wir sollen 100m entfernt warten. Wir mischen uns trotzdem dazu. Null Beachtung.

Keine Polizei. Es scheint als habe man keine Chance als „Farang“ (weißer AuslĂ€nder). Den Begriff habe ich in einem Touri-Forum gelesen. Nach ca. 2 Stunden hĂ€lt man mir ein Dokument auf Thai (!) vor die Nase, das ich unterschreiben soll. Ich ahne, was das dann bedeutet. SchuldeingestĂ€ndnis. Aufkommen fĂŒr den Schaden. Doch ein wenig entnervt mache ich es schließlich. Weil das Risiko ĂŒberschaubar ist. Wir haben eine Vollkaskoversicherung ĂŒber rentalcars.com abgeschlossen: Selbstbeteligung (SB) 8000 Baht (ca. 230€). Schlimmer als das kann es nicht kommen. Was wie ein absoulter Witz aussieht, ist leider RealitĂ€t.

Am Ende kostet es uns tatsĂ€chlich die SB. Das kann uns aber erst die Dame IM Flughafen erklĂ€ren, zu der wir NACH Ableisten der Unterschrift geschickt werden đŸ€Ł. Sie erklĂ€rt uns auch, die Versicherung hĂ€tte uns fĂŒr schuldig befunden. Quelle surprise…

Die Lehrgeldkasse klingelt. Wir versuchens gelassen zu sehen. Zugleich ĂŒberlege ich, ob ich das nĂ€chste Mal anders vorgehen wĂŒrde. Mehr Aufstand machen? Überstzungsapp anwenden (hier nicht dabei)? Letzteres wahrscheinlich. Am Ende können wir auch ein bisschen froh sein – denn fĂŒr derlei FĂ€lle kann man gerne auch im Thai-Knast landen, stellen wir mir hochgezogenen Augenbrauen fest. Kaution um die 200.000 Baht. Unsere „paar“ Euros scheinen also gut investiert 🙈.

Familystuff – what else

Ein ausfĂŒhrlicher (und der vorletzte!) Reisebericht geht zu Ende. Einiges noch kurz im Überblick:

  • Der interne Battle ist aktuell ausgeglichen: Beide Kinder sind je 2x aus Bett gefallen (nix passiert!). Zu Hause noch nie. Möglicherweise schlafen sie hier tiefer als zu Hause wegen der vielen EindrĂŒcke? 😃
  • ThailĂ€ndische Windeln halten spĂŒrbar weniger zurĂŒck als Deutsche! Die vielen Klamotten fĂŒr Sora sind ihre Mitnahme wert.
  • Die Welt ist ein Dorf und dazu gehört auch Thailand: Wir treffen Sinas und Kims Cousine Kira mit ihrer Freundin in Chiang Mai. Die beiden sind auch gerade auf Reisen.
  • Langsam aber sicher können wir klassisches Thai-Essen nicht mehr sehen. Nudeln, Reis und vor allem Lemongras oder Chicken. So gönnen wir uns gerne mal Pizza, Pommes oder Burger 😁.

Aufgeregt und unsicher besteigen wir den Nachtbus nach Bangkok. 11 Std, klimatisiert, VIP-Status, es werden Mini-Kuchen und WĂ€sserchen gereicht.

Eni hĂ€lt Bus eine ganze Zeit lang fĂŒr selbsfahrend, weil wir im Doppeldecker oben vorne sitzen 😂

Auf gehts ins letzte Abenteur. Eine 10 Millionen-Stadt zum Abschluss. Was soll das bloß werden? đŸ€”

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