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…jetzt haben wir es wirklich getan

Nach einem durchaus längeren Entscheidungsprozess und der finalen Buchung im Herbst 2018 sind wir nun tatsächlich mit 3 Erwachsenen und 2 Kindern (4,5 und 0,5 Jahre) ins Flugzeug gestiegen. 4 Wochen Rundreise durch Thailand. Start im Süden auf Phuket – die erste Unterkunft für 4 Nächte sowie der Rückflug aus Bangkok am 20.02. sind gebucht. Sonst nichts. Maximale Flexibilität. Oder doch maximale Unsicherheit?! Mutig stürzen wir uns ins Abenteur, bereit, mit allem fertig zu werden, was uns erwartet.

Los gehts im Sunwing Family Resort am Kamala Beach.

„Cluburlaub“ zum Start

Die erste Station in Thailand – jetzt ist es also soweit. Wir checken ein in ein für unsere Verhältnisse recht luxuriöses und teures Hotel. Im Vorfeld hatten wir eine Familysuite gebucht, bestehend aus zwei nebeneinander liegenden Zimmern mit je einem großen Doppelbett. Für 5 Personen bezahlen wir hier für beide Zimmer zusammen 300 € pro Nacht inklusive Frühstück. Das ist jetzt für unser Budget kein Standard, jedoch war uns ein guter Einstieg wichtig, um uns g’scheit zu akklimatisieren und erstmal in Ruhe anzukommen.

Wie ich jetzt erst vor Ort merke, ist Sunwing eine weltweite Hotelkette. Im Werbekanal des Flatscreens auf dem Zimmer laufen Bilder der Sunwing Resorts auf Mallorca, Kreta und noch anderen Orten über den Bildschirm. Es gibt hier mindestens fünf Pools, zwei große Rutschen, eine Wasserbar und Palmen am Pool. Kinderanimation und „free wifi“ selbstredend inbegriffen.

Einer der riesigen Pools des Hotels

Beim Check-In erfahren wir, nach ca 23 bis 24 Stunden hinter uns liegender Anreise, dass unsere Reservierung angeblich storniert bzw. nicht rechtzeitig vor Beginn nochmals bestätigt wurde. Wir sind alle viel zu kaputt, um uns darüber aufzuregen und nehmen es apathisch zur Kenntnis. Es ist dann auch relativ schnell geklärt und wir bekommen ein Ersatzzimmer, was der Reservierung entspricht: Kühlschrank, 2 Toiletten mit je einer Dusche, 2 TV’s (verschiedene Sender – die meisten in Englisch oder Thai, einer in Deutsch) und 5 x 0,5 Liter-Flaschen Trinkwasser, die jeden Tag im Zuge der Reinigung erneuert werden. Das ist wunderbar, denn vom Genuss thailändischen Leitungswassers wird durchgehend abgeraten.

Die Hotelbude ist rammelvoll. Wir begegnen hier vielen weiteren Gästen, die aus westlichen Ländern zu kommen scheinen (z.T. an der Sprache erkennbar): Schweden, Norwegen, Deutsche, Österreicher, aber durchaus auch US-Amerikaner. Natürlich auch asiatische Gäste – viele Chinesen, die besonders dadurch ins Auge fallen, dass viele von ihnen fast den ganzen Tag in Neoprenanzügen herumlaufen. Dazu in der Regel eine Schwimmbrille sowie fast durchgehend auch eine Badekappe, ob sie nun gerade in Poolnähe sind oder nicht. Sicherlich werden sie dafür ihre guten Gründe haben, nicht zuletzt werden diese auch gesundheitlicher Natur sein. Die Sonne hier ist ja nun nicht von schlechten Eltern… Doch als ich eine Familie sehe, die zu dem beschriebenen „Kostüm“ auch noch Tennissocken trägt, muss ich schon auch ein wenig schmunzeln.

Frühstück ist von 7 – 10.30 Uhr möglich. Es gibt ein großes Buffet – von süß bis salzig und von fester bis flüssiger Nahrung ist eine gute Auswahl vorhanden. Ein übliches American oder English Breakfast ist ohne Probleme möglich: Rührei, Omelett, Bacon, Pancakes mit Ahornsirup und genauso gut auch gebackene Bohnen und jede Menge Toast gibt es. Aber durchaus auch verschiedene Sorten Joghurt und natürlich jede Menge Obst in geschnittener, aber auch in pürierter Form bzw. als Smoothie sind hier zu haben. Speziell die Früchte stellen sich hier als wahrer Traum heraus, denn sie scheinen alle frisch zubereitet und das, so behaupte ich, schmeckt man auch.

Schwitzen beim Frühstück um 10h: 28 Grad

Da wir nur Frühstück gebucht hatten, wurde sich morgens natürlich so satt wie möglich gegessen und zudem heimlich ein paar Sachen für den Tag eingesteckt. Ab dem zweiten Frühstück hatten wir als gut organisierte deutsche Touristen natürlich auch eine Tupperbox anbei 😛

Alle Räume sind natürlich klimatisiert. Dies führt dazu, dass wir ständig in unterschiedlichen Temperaturzonen unterwegs sind. Während es draußen in der Regel 32 Grad Celsius sind mit einer Luftfeuchtigkeit von mindestens gefühlten 80-90 %, ist es drinnen durch die Voreinstellung der Klimaanlagen in der Regel 20 Grad Celsius und maximal 10% gefühlte Luftfeuchtigkeit. …so kann der Gang vom Pool zur großen Toilette im Foyer sich schon mal wie ein Gang in die Eiskammer anfühlen, brrr…

Auf der Toilette selber muss man sich dann daran gewöhnen, dass es nicht so wie bei uns eine Klobürste gibt. Die sucht man hier vergebens. Vielmehr gibt es hier in Thailand stattdessen eine Klobrause. Die kleine Wasserpistole mit Schlauch soll den Thais angeblich auch zum Po-Abputzen dienen, erfüllt aber auch als Bürste ihren Zweck.

Fehlt: Bürste. Stattdessen: Brause (links)

Kamala: Strandparadies

Kamala selbst ist ein kleiner Ort, im Prinzip nur eine große Straße mit Geschäften links und recht, dafür zweispurig auf jeder Seite. In Thailand herrscht Linksverkehr. Als Tourist heißt es dementsprechend, sich schnellstmöglich daran zu gewöhnen, beim Überqueren der Straße zunächst nach rechts statt nach links zu gucken.

Nicht überfahren zu werden haben wir uns als eine unserer Hauptaufgaben vorgenommen.

Der allgemeine Fahrstil der Thais mit ihren Mopeds, Tuk-Tuks und sonstigen Gefährten ist ja weltweit bekannt. Es gibt in Kamala trotz der überschaubaren Größe bestimmt 6 bis 7 „Seven-Eleven-Shops“. „Twenty-Four-Seven“ würde es besser treffen, denn solange haben sie geöffnet – der Tourismus schläft halt nie.

Die Gehwege sind hier in keinster Weise vergleichbar mit deutschem oder europäischem Standard. Einen Buggy hier rüber zu bugsieren erwächst zur wirklichen Herausforderung – erst recht, wenn ein Kind drin sitzt. Mal fehlen ganze Gehwegplatten, mal sind sie eingedrückt, mal ragt ein Gullideckel 10cm aus dem Boden, als hätte man ihn als Stolperfalle dorthin gesetzt.

Schnell bemerken wir, dass die thailändische Insel Phuket nicht umsonst als „Mallorca Asiens“ beschrieben wird. Die Preise die wir zahlen, egal ob für Getränke im Supermarkt oder ein Essen im Restaurant, gleichen viel mehr europäischem Standard, als den sagenumwobenen thailändischen Niedrigpreisen. Der allgemeine Thailänder an sich lebt in einfacheren Verhältnissen, wie man liest und so werden die Touristen „gemolken“, nachvollziehbar. In der Hoffnung, dass es weiter nördlich günstiger werden wird, machen wir uns nicht viel draus, da wir auch keine Lust haben uns großartig einzuschränken. Es ist schließlich Urlaub.

Nachtmarkt Kamala

Unsere österreichischen Freunde führen uns auf den Nachtmarkt direkt im hinterm Hotel. Hier gibt es T-Shirts für 2 €, diverse Snacks vom Grill, Getränke und neben Spielzeug diverser weiterer Schnickedöns, wie Bluetooth Boxen, Prada-Handtaschen und Markenuhren – natürlich alles original, hahaha… Es ist alles so viel, dass man sich sprichwörtlich erschlagen fühlt vom Angebot. Auf dem Nachtmarkt, der angeblich jeden Freitagabend von 16 Uhr bis 20 Uhr stattfindet, ist es sehr voll, so dass wir die Kids nicht aus den Augen lassen, während sie um uns herumtollen (Eni und Marc, der Sohn der Österreicher).

Links u.a. bluetooth-Boxen (natürlich alles Originale, für 10€ 😉 )

Über dem ganzen Markt schwebt so etwas wie eine Frittier- und Barbecue-Wolke, denn speziell zu essen gibt es neben Klamotten am meisten. Wir lassen die Eindrücke zunächst auf uns wirken und lediglich Sina besorgt sich hier die ersten Mitbringsel für zu Hause.

Kamala Beach

Die Strandpromenade Kamalas ist wunderschön. In nördlicher wie südlicher Richtung unseres Hotels wimmelt es nur so von Bars, Restaurants, Cafés, und Massagestudios direkt am Strand.

Kamala Beach gen Norden
Kamala Beach gen Süden

An unserem letzten Abend werden wir von unseren österreichischen Freunden, die wir leider viel zu spät kennengelernt haben, in ein Restaurant am nördlichen Ende der Strandstraße eingeladen: Nanork Seafood. Sie kennen den Besitzer, dessen Vater bereits vor über 50 Jahren hier in der Gegend Land erworben hat und die meisten jetzt stehenden Palmen an der Strandpromenade selbst gepflanzt hat.

Hier ist man sehr freundlich und Kinder sind willkommen – wie so oft bei den Thais. Ein Tipp für Kenner: Hinter dem kleinen Holzpodest im Eingangsbereich verbirgt sich eine große Tüte mit Sandspielzeug für die Kleinen. Bei einem Gespräch mit den Österreichern erfahren wir viel über weitere Gegenden Thailands, denn sie scheinen bereits alles mehrfach bereist zu haben. So bekommen wir viele wertvolle Tipps für weitere Regionen, so wie z.b. Krabi oder Chiang Mai.

Mit unseren österreicheischen Freunden im Nanork Seafood
Strandallee mit Strand bei Nacht

Was gab es sonst noch so in Kamala? Stückweise testen wir uns durch die verschiedenen thailändischen Biersorten. Angefangen bei Chang sind wir übergegangen zu Singha und können bei beidem weder preislich noch geschmacklich einen großen Unterschied feststellen xD

Bei einem der mehreren Gänge zum Seven-Eleven direkt vor dem Hotel in den Abendstunden können Kim und ich nur knapp einer wildgewordenen Horde von Thai-Mädchen entgehen 😉 Die lungern zu 5. oder 6. vor einer Bar mit lauter Musik in 50m Entfernung. Schon von Weitem winken sie uns energisch zu („Juuuuhuuuuu, JUUUUHUUUUUU“) und sind wohl an einer Kontaktaufnahme interessiert. Anständig (und etwas schockiert) wie wir sind, wechseln wir schnell die Straßenseite xD

Die fast schon panische Angst, zumindest meinerseits, vor Mücken legt sich stückweise, denn im Hotel und in Hotelnähe scheint es so gut wie keine zu geben. Die sollen ja echt miese Krankheiten übertragen können, aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit?! Uns selbst und die Kids schmieren wir natürlich trotzdem fleißig ab der frühen bzw. späten Nachmittagszeit mit den diversen Mückenmittel ein, die wir dabei haben.

Kids and Family

Es ist Wahnsinn, wie kommunikations- und kontaktfreudig Kinder sind. Eni findet sofort nicht nur Freunde am Strand, sondern auch am Pool. Chinesen, Russen, Österreicher, egal… Das zeigt mir: Es muss nicht immer die gesprochene Sprache sein – es gibt andere Wege miteinander auszukommen, man muss es nur wollen! Und zack, schon wieder was gelernt von meinen Kindern.

Jetlag

Die erste Nacht hat definitiv nicht gereicht, um sich einerseits von den Reisestrapazen und andererseits von den sechs Stunden Zeitunterschied zu erholen. Eni war am Morgen nach dem Einchecken nur sehr schwer wach zu kriegen und das zog sich auch bis abends. Der 2. Morgen war besser, bei mir war es ganz ähnlich. Sora ist nachts noch recht unruhig, etwas unruhiger als zu Hause, auch dies sollte sich noch die erste Woche lang hinziehen. Die Zeit in Kamala beschlossen wir daher nur mit Strandurlaub zu verbringen und auf jegliche Ausflüge mit größerem Aufwand zu verzichten. Akklimatisieren stand an der Tagesordnung.

Die Kinderanimation im Hotel war bis auf eine Stunde mittags durchgehend besetzt, jedoch wird erst für Kinder ab 8 Jahre aufwärts die Aufsicht übernommen. So ist schließlich immer einer von uns Erwachsenen dabei, wenn Eni in dem (natürlich klimatisierten) Spielezimmer verschwindet. Wir entdecken hier für unseren Geschmack etwas zu viele Möglichkeiten, sein Kind vor irgendwelchen Bildschirmen mit Trickfilmen oder Videospielen zu parken.

Also bauen wir fleißig gemeinsam Türme oder malen uns gegenseitig mit Wasserfarbe an. Dieses Angebot der Animateurinnen, die Eni liebevoll „Rezeptörinnen“ nennt, war wohl dafür gedacht, dass die Kinder die Animateurinnen selbst anmalen. Mitten im Tun bemerken Eni und ich, dass niemand außer uns sich selbst anmalt und müssen herzlich lachen xD

Turmbau zu Kamala
…selbst anmalen macht viel mehr Spaß!

Die österreichische Familie, die wir kennenlernen, ist mit einem Kind unterwegs. Eltern als auch Kind sind so alte wie wir bzw. Eni. Ihr Hintergrund ist äußerst interessant. Er hat mit 15 eine Werbefirma gegründet und sich im Lauf der Jahre verschiedene stille Teilhaberschaften an weiteren Firmen aufgebaut. Seit dem Verkauf mehrerer Firmen vor 3,5 Jahen reisen die drei immer wieder um die Welt. Mal 3 Monate, mal ein halbes Jahr. Er kann von überall aus arbeiten, ohne das überhaupt zu müssen.

Es gibt diese Leute also wirklich: Die sich den Traum vom ortsunabhängigen Arbeiten erfüllen und einfach überall in der Welt arbeiten können. An diesem Punkt beschließe ich für mich, dass ich das auch möchte – so oder in ähnlicher Form. Schönes Projekt für die nächsten fünf bis zehn Jahre vielleicht?! Why not?!

…und sonst noch

Erst einen Tag vor Weiterreise beginnen wir uns um den Transfer zum zweiten Ort, Naiyang Beach zu kümmern. Die Recherche an der Rezeption verläuft nicht ganz eindeutig. Ich werde von Rezeption A zu Rezeption B zu Taxistand A, zurück zur Rezeption A und wiederum zu Taxistand B geschickt (ja, das Hotel ist groß). Parallel recherchieren wir noch im Internet und finden verschiedene hilfreiche Adressen:

  • rome2rio.com oder
  • 12go.asia oder
  • phukettaxi.com

sind schon mal drei hilfreiche Anlaufpunkte. Für drei Erwachsene und zwei Kinder ist es gar nicht einfach direkt was zu bekommen. Wahrscheinlich müssen wir jedoch erst checken, wie der Hase hier läuft. Dann geht alles aber recht fix, uns wird ein Angebot unterbreitet – inklusive Babysitz für 800 Baht (ca. 23€). Eine Reservierung am hoteleigenen Taxistand ist nur mündlich möglich, was wir als ordentliche Deutsche natürlich erstmal suspekt finden. Mal sehen…

Am nächsten Tag ist es aber erstaunlicherweise wirklich kein Problem. Ganz im Gegenteil. Es kümmern sich zwischenzeitlich vier bis fünf engagierte Hotelangestellte gleichzeitig um uns Reisegruppe, die wir mit dem ganzen Gepäck eine Transportmöglichkeit suchen. Erst fährt ein Geländewagen vor, ein Siebensitzer, der wegen unseres vielen Gepäcks aber als zu klein befunden wird. Die Organisation des größeren Minivans dauert nur 10 Minuten, der Preis erhöht sich zwar auf 1200 Baht für fünf Personen (ca. 34€), 25 km und 50 Minuten Fahrzeit, aber das nehmen wir in Kauf. Bequemlichkeit kostet halt. Alle sind sehr zuvorkommend, hilfsbereit und am Ende ist alles gut.

Die Fahrt nach Naiyang selber ist dann sehr bemerkenswert: Während wir von Touristenhochburg A zu Touristenhochburg B kutschiert werden, wird uns deutlich die thailändische Realität vor Augen geführt. Es sind schon recht ärmliche Verhältnisse, die wir hier beobachten. Wir begegnen massenweise verwilderten Hunden, viel herumliegendem „Müll“ (so bezeichne ich es) und Menschen, die in diesen Müll leben bzw. ihn möglicherweise noch weiterverwenden.

Die Urlaubsgegend von einer anderen Seite…

Wir passieren viele Bauruinen und fahren auf z.T. wirklich sehr schmalen Wegen direkt am Straßenrand. Erstaunlich, dass die entgegenkommenden Laster noch durchpassen… Einhundert Meter weiter dann wiederum wunderschöne Strandpanoramen mit Palmen, blauem Himmel und schneeweißem Sand.

Paradies und nacktes Überleben geben sich hier die Klinke in die Hand, Wahnsinn…

Nach etwa 50 Minuten Fahrt in einem von innen wie eine güldene Disco ausgestatteten Minivan, erreichen wir dann unsere zweite Unterkunft am Naiyang Beach: Das „Ruanmai Beach Resort“.

…adventure to be continued 🙂

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