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Hinterlasse mir gerne einen Kommentar und inspiriere mich 🙂

Bist du vielleicht selbst (bald) Papa?

Wenn ja, was interessiert dich? Wobei kann ich dir helfen?

Ich erinnere mich immer gern an einen Arbeitskollegen, der ebenfalls Papa von zwei Kindern ist. Er sagt:

„Niels, mit dem ersten Kind dreht sich das Leben um 180°. So gut wie alles wird auf den Kopf gestellt. Neuorientierung. Doch mit dem zweiten Kind nimmt das Leben dann nochmal so richtig Fahrt in diese Richtung auf…“

Ich weiß nun seit einigen Monaten, wie das ist, so mit zwei Kindern – und der Spruch macht wahnsinnig viel Sinn!

Es ist nun nochmal anders als bei Kind 1. Natürlich hat man als Elternteil mehr zu tun, es ist anstrengender – und doch gewöhnt man sich als Erwachsener recht schnell an die neue Situation. Doch wir sind als Eltern nicht die Einzigen, die sich gewöhnen müssen. Da ist auch noch die Große. Sie war vorher schon da. Ist es jetzt natürlich auch noch. Aber doch irgendwie anders…

Als Papa habe ich viel beobachten können in letzter Zeit und wie gerne würde ich mal „Mäuschen“ im Kopf meiner Großen spielen. Wirklich, wie großartig das wäre. Geht natürlich nicht wirklich, aber ich stelle mir vor, dass sie in etwa Folgendes denkt…

Wie ist das wohl für „Kind Nr. 1“?

„12.07.2014 – pünktlich einen Tag vorm WM-Finale, damit Papa das in Ruhe gucken kann – da bin ich nun. Mama und Papa, vor allem Mama, sind immer für mich da. Einfach immer. Tags und nachts – und zwischendrin auch. Ich hab ja auch noch keinen Rhythmus – Schlafen…wach sein…kein Plan was das eigentlich sein soll. 

Trinken (manche behaupten Komasaufen), Schlafen, Kacken. Gerne auch parallel Trinken und Kacken – wenn ich mich eh grad anstrengen muss, damits oben reingeht, drück ich dabei gleich noch einen ab. Aber nur in eine frisch angelegte Windel, versteht sich wohl von selbst 

Schon ganz nett, so ne 360°-Betreuung, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Klar mecker ich trotzdem manchmal rum, aber ständig trägt mich einer durch die Gegend, immerzu werde ich liebevoll betätschelt und gefühlt bin ich der neue Star der Familie. Jeder will mir mal nahe sein. 

  • Drehen lernen. Mama motiviert mich, traininert mit mir. Immer.
  • In Bauchlage Stützen lernen. Puh, ganz schön anstrengend. 
  • Krabbeln lernen. Stereo-Beschallung: Mama links und Papa rechts, beide feuern mich an.

Komme immer besser vorwärts. Und heeeeeee, was ist denn das da? Ach, der Couch-Tisch. Da könnte ich doch eigentlich…jep, hat geklappt, erfolgreich dran hochgezogen. Jetzt steh ich auf einmal auf beiden Beinen, ungeplant, ist einfach so passiert…und kurz mal ohne Eltern. Ach guck mal, Mamas Lieblingsvase direkt in greifbarer Nähe jetzt…

Laufen lernen. Stück für Stück. Eine Million Mal auf die Klappe legen dabei. Aber ich bleibe dran. „Lektion fürs Leben“ oder so faselt Papa, während wir Hand in Hand den einen oder anderen Marathon durch die Wohnung zurücklegen. Irgendwann kann ichs dann, ich laufe!

Jetzt hält mich nichts mehr auf. 

Das erste Mal feste Nahrung, der erste Tag Kinderkrippe, das erste Mal mit Sand schmeißen, der Wechsel in den Kindergarten, neue Freunde, mehr Freunde, beste Freunde… Ich fühle mich unbesiegbar. Läuft bei mir.

Und dann wird alles anders

Doch dann, irgendwie aus dem Nichts:

What is that? Mama ist voll fett! Sag ich ihr natürlich auch genau SO.

Ein Baby ist angeblich unterwegs.

Große Schwester? IIIIICH? Oh yeah, wie cool ist DAS denn bitte? Bin mega aufgeregt, kanns gar nicht abwarten. Immer am Bauch horchen, fühlen wie „es“ tritt. 

Mamas Bauch wird immer dicker und eines Tages hat Mama dann voll Schmerzen und so… Opa kommt mich abholen. Mama und Papa brauchen jetzt mal Ruhe sagt er (Mama sieht gar nicht gut aus)… Kann ich ja nicht wissen was hier abgeht, Hausgeburt und so…

Und dann ist es da. Ich freue mich soooo sehr. Ich könnt die Kleine den ganzen Tag knutschen. Wer brauch schon langweilige Puppen, wenn er ein echtes Baby haben kann?!

„Ist es nicht schön, mit einem Baby zusammen zu wohnen, Mama?“, frage ich dezent nachts um 3h.

Alle anderen schlafen, aber das stört mich ja nicht.

Ich hab meine kleine Schwester voll lieb und so, aber…

Warum schimpft ihr manchmal, wenn ich mit ihr „kuschele“? Sooo fest drück ich jetzt auch nicht. Ich freu mich halt immer so, sie zu sehen.

…und wieso darf ich sie nicht alleine hochheben? Ihr habt mir doch immer gesagt, wie stark ich bin.

…und wieso darf ich ihr keine ausführlichen Knutscher auf den Babymund geben, ihr Gesicht dabei in meinen beiden Händen halten und meine Nase dabei auf ihre drücken? Ein bisschen Luft bekommt sie ja wohl noch… Wieso soll sie das so nah am Gesicht denn bitte nicht mögen?

…und warum seid ihr abends überhaupt immer alleine auf dem Sofa mit dem Baby? Wieso muss ich stattdessen ins Bett? Das ist voll unfair! Ich dachte du bist meine beste Freundin, Mama… Habt ihr mich nicht mehr lieb? 

Pöh, dann isses ja jetzt auch egal. Mach ich halt extra was kaputt. Oder schmeiß noch mehr vom Tisch als sowieso schon. Oder hör halt nicht. Oder lasse mir halt mega viel Zeit, bei ALLEM. Vor allem beim Anziehen morgens, wenn wir eh schon knapp dran sind. Oder beim Zähneputzen abends, wenn Mama und Papa eh schon voll müde sind. Oder mache halt wieder ins Bett nachts, mir doch egal…

…aber weißt du Mama, eigentlich… hab ich auf diese Weise nur n bisschen mehr Zeit mit dir, mit euch.

Ich hab euch eigentlich nämlich ziemlich gern. Irgendwie seid ihr mir wichtig. Das wisst ihr glaube ich auch. Bestimmt bin ich euch ja auch nicht egal (wär ja auch voll dämlich, ihr habt schließlich schon über 4 Jahre in mich „investiert“). Bestimmt ist es für euch ja auch nur ne neue Situation. Bestimmt gewöhnen wir uns immer mehr daran. Aber versprecht mir bitte eins, ok? Egal wie anstrengend es auch mal wird: Vergesst mich dabei nicht, ja? 

Ich hab euch lieb, eure Eni ❤️

 

Top Photo by Katherine Chase on Unsplash
Side Photos by Soeren Kracht

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