Bei uns in Niedersachsen ist es nicht verboten, sich draußen aufzuhalten. Abstand halten ja, eingesperrt sein nein. Und selbst wenn die offiziellen Spielplätze natürlich gesperrt sind, so kann ich doch mega viele andere Dinge tun. Um Platz zum Spielen zu haben, muss ich ja nicht zwingend auf einen „Spiel-platz“ gehen. Das kann ich auch überall anders tun. Es fühlt sich ein wenig so an wie die klassische „Spiel-zeug“-Diskussion: Am Ende reicht nem Kind auch ein Löffel und ein Bindfaden, um sich zu beschäftigen. Der Haufen „Spiel-zeug“ wird oft genug links liegen gelassen.

Wir malen also mit Kreide überall da, wo wenig Autos fahren. Wir fahren ohne Ende Bobbycar, balancieren auf allem, wo auch nur ein halber Kinderfuß drauf passt, perfektionieren das Fahrrad- oder Laufradfahren, entdecken eine Million Kleinst-Lebewesen zwischen Steinen oder auf Grashalmen und haben eigentlich jede Menge zu tun – ohne mit anderen Kontakt zu haben und ohne dass uns langweilig wird.

Was für mich als Elternteil dabei wirklich wichtig ist und einen wirklichen Unterschied gemacht hat, ist, mich voll und ganz auf meine Kinder einzulassen. Voraussetzung dafür: Einlassen zu KÖNNEN. Voraussetzung dafür wiederum: Die Situation aufrichtig so akzeptieren zu können, wie sie ist.

Und ich meine das ernst. Es klingt viel einfacher, als es zumindest für mich war. Ich habe seit Beginn dieses Lockdowns tatsächlich ein paar Tage gebraucht, um während des Spielens nicht ständig an berufliche Projekte oder sonstige Pläne zu denken. Mich nicht während der Familienzeit gedanklich in Vergangenheit oder Zukunft zu verlieren.

Es ist halt auch die Art, wie wir sonst den Alltag leben – Multitasking ohne Ende: Tausende Gedanken, Pläne, Projekte werden im Oberstübchen gleichzeitig verfolgt. Ich musste mich wirklich „umprogrammieren“, um auch wieder intensiver Freude an meinen Kindern haben zu können. Mittlerweile bin ich traurig, dass diese Zeit bald wieder um sein wird.

Memo an mein zukünftiges Ich: Du tust gut daran, die Zeit mit den Kids zu genießen. Ganz bei ihnen zu sein. Trotz oder gerade wegen der Alltagshektik um dich herum!

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