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Persönlichkeitsentwicklung – live und in Farbe

„Spieglein, Spieglein an der Wand…“

Oder besser: „Spieglein, Spieglein im Kinderzimmer…“

Wer etwas über sich selbst erfahren will, der schaffe sich Kinder an bzw. beobachte einfach die eigenen. Was ich von meinen Kindern lernen kann, hab ich in Ansätzen schon mal beschrieben.

In Zeiten der grenzenlosen Selbstreflektion, Selbsterkenntnis, ständigen Weiterentwicklung, Selbstoptimierung(-swahn) etc. sind Kinder ein wertvoller Parameter zur Orientierung geworden. Kinder sind so schön „real“ (achtung, bitte beim Lesen englisch aussprechen, damits den passenden „Slang“ hat 😛).

Ich kann mir Experten*innen, Coaches, Trainer etc. suchen, die mir helfen – oder ich schaue mal zu Hause genauer hin.

Kinder machen in der Regel nicht das, was du ihnen sagst, sondern das, was sie beobachten.

Kinder sind Nachahmer*innen (fein säuberlich gegendert!). Das ist jetzt nicht unbedingt eine völlig neue Erkenntnis, völlig klar. Doch wie bewusst ist einem das im Alltag?!

Was „jede*r weiß“, aber kaum jemandem „bewusst“ ist…

Es braucht sich in den meisten Fällen also eigentlich niemand aufregen, wenn das eigene Kind flucht, trödelt, sich rausredet, sich daneben benimmt… Meistens kommt das von einem selbst.

Ich selbst habe eine Weile gebraucht, um das zu verstehen. Vielleicht rege ich mich auch einfach zu gerne innerlich auf, wenn in meinen Augen mal wieder etwas „daneben“ läuft.

Wieviele Eltern geht das bitte ähnlich?! Ich würde behaupten, einer ganzen Menge. Irgendwie finde ich (wenn gewollt) doch eh immer irgendeinen „Mangel“, der mir am eigenen Kind auffällt. Immer!

Das hat in erster Linie damit zu tun, mit welcher Perspektive, welchen Augen ich auf mein Kind schaue! Soviel habe ich auf jeden Fall verstanden. Wenn ich möchte, kann ich ALLES an meinem Kind negativ sehen:

Es macht ständig Dreck.

Es bleibt beim Essen nicht sitzen.

Es trödelt immer dann am meisten, wenn wir es am eiligsten haben.

Es hört NIE (NIE!), wenn ich etwas von ihm möchte (🤣)…

Einfach mal mit anderen Augen hinschauen

Aber ganz ehrlich, Leute:

Schaue ich danach, was mein Kind nicht kann? Oder schaue ich was es gut macht? Welche Stärken es hat?

Ich bin der festen Überzeugung, dass JEDES menschliche Verhalten aus einer positiven Absicht heraus geschieht. So betrachtet ergeben sich derart viele Stärken, die ich bei meinen Kindern beobachten kann…

  • Wie es Freude am lauten Singen hat 😊 (statt: „jetzt ist die Mucke schon wieder so laut. Wie mir das auf den Sack geht 🤬“)
  • Wie schön zu sehen, dass es den natürlichen Drang zu Bewegung so auslebt 😊 (statt: „maaaan, jetzt bleib doch mal beim Essen sitzen, verdammte Axt 🤬“)
  • Oh, wie kreativ es spielt und wie es sich trotz der „Unordnung“ (achtung, Interpretation meinerseits!) zurechtfindet 😊 (statt: „wie siehts denn hier schon wieder aus? Du musst hier dringend mal wieder aufräumen 🤬“)

Aber obacht! Kinder brauchen Grenzen! Nicht alles ist ok und es sollte nichts schöner geredet werden, als es tatsächlich ist. Laissez faire oder antiautoritär im Sinne einer „mir-ist-alles-egal“-Beziehung zu meinem Kind möchte ich hier nicht bewerben. Nur vielleicht die Einladung für eine andere Sichtweise auf das Verhalten meines Kindes aussprechen 😊

…und am Ende verhält sich das Kind (zum Großteil) nur so, wie es das von den Menschen abgeschaut hat, mit denen es am meisten zu tun hat (Überraschung: Das sind dann (im Idealfall) wohl wir, liebe Eltern!). Und da ist er dann, der lebendige, wandelnde Spiegel meines eigenen Verhaltens. Hoffentlich ist nicht ALLES abgeschaut…

Eigentlich weiß ich das. Bewusst muss ich es mir aber immer wieder machen.

…n bisschen witzig ist es aber schon auch

 Was dann so zu beobachten ist, schenkt mir wirklich oft witzige Momente, speziell bei der Großen, aktuell 4 Jahre alt:

  • „Alteeeeer, Papa, das ist ja voll krass“… – danach fiel mir erstmal auf, wie oft ich auch „Alter“ benutze 🙈
  • „Ey Papa, heute im Kindergarten wars uultra cool. Und die Elena, die hat uultra viel gegessen. Und die Nudeln waren uultra lecker, Papa. Wirklich, uultra!“ – mit einer Inbrunst an Überzeugung und dem entsprechend begeisterten Blick in den Augen. Mama hatte das Wort 2-3x mal benutzt in letzter Zeit.
  • Kind drückt verschiedene Aufkleber am Kleiderschrank: „Alexa, mach mal bitte dies. Alexa, mach mal bitte das.“ – muss woanders herkommen, wir haben gar kein Alexa 🙈
  • „Eni, zieh dich bitte an, wir müssen los“. „Ja, ich komme gleich“. 5min später. „Wir müssen wirklich los, komm jetzt“. „Ja, ich komme gleich“… nach weiteren Millionen Minuten hole ich sie selbst ab. …und kein Stück anders bin ich, wenn ich sage „ich komme gleich“ und dabei denke: „nur noch schnell Handy laden, Pipi machen, Rechner runterfahren, Teller abräumen…“
  • Einer meiner Favourites: Umherlaufen während des Zähneputzens. Super nervig, weil sie dabei nicht wirklich putzt. …bis mir mal auffiel, was ICH beim Zähneputzen so mache 🙈

…letztens wurde von der Großen aus voller Freude und zur Belustigung aller Anwesenden am Essenstisch lautstark gerülpst und gefurzt – ich bin mir ganz sicher, dass sie das aus dem Kindergarten hat…

Beschäftigung mit Kind = Beschäftigung mit mir selbst 

Früher habe ich schon mal gemeckert, jetzt fällts mir viel leichter, entspannt zu bleiben. Mit mir selbst meckere ich ja auch nicht gerne…

Ich hatte sogar eine Zeit lang das Gefühl, es sei der geheime geheime Plan der Erzieherinnen und Erzieher in der Kita, die Eltern zu terrorisieren, indem sie die Kinder darauf abrichten 🤣 Ist ja auch ausgesprochen einfach, die Schuld bei anderen zu suchen. Ernsthaft.

Ich versuche jeden Tag, ein Stückchen achtsamer mit meinen Kindern umzugehen und dadurch auch für mich achtsamer durch die Welt zu gehen.

Manchmal entdecke ich dadurch auch unschöne Seiten an mir. Trotzdem sehr wertvoll. Die Komfortzone zu verlassen, sich selbst weiterzuentwickeln, ist zumindest im ersten Moment nach meiner Erfahrung niemals besonders angenehm. 

Bevor ich also das nächste Mal viel Geld für Selbstoptimierungsprodukte ausgebe, beobachte ich einfach meine Kinder ein wenig intensiver und versuche auf diesem Wege auch mich selbst zu beobachten.

 

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